Jedes Jahr werden die besten Maturarbeiten im Kanton Zürich gekürt. Im Jahrgang 2024/25 gehörte mit Seline Bachmann auch eine KME-Studierende zu den Gewinner:innen. Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen Bienen und Blüten sowie die Konkurrenz zwischen Wild- und Honigbienen.

Beitrag – Prämierte Maturarbeit

KME-Maturarbeit gewinnt Preis

 

Seline Bachmanns Arbeit untersucht die Konkurrenzsituation zwischen Honigbienen und Wildbienen. Sie fragt, ob in Gebieten mit hoher Dichte an Honigbienenvölkern weniger Wildbienen vorkommen und ob es eine Korrelation zwischen der Blütenzahl und dem Vorkommen von Wildbienen gibt. Dafür führte sie Zählungen durch und dokumentierte an drei Standorten Bienenarten und Blütenangebot. Die Ergebnisse von Seline Bachmann zeigen: Eine hohe Honigbienendichte geht tendenziell mit weniger Wildbienen einher.

Ein Zusammenhang mit der Blütenzahl wurde nicht gefunden. Klar ist: Mehr Blütenvielfalt nützt allen Bestäubern.

«Von Anfang an war für mich klar, eine Arbeit im Fach Biologie zu verfassen. Ich wollte etwas draussen und mit Tieren machen, da dies meine Leidenschaft ist», sagt Bachmann. «Das passende Experiment zu finden, welches mit meinen Ressourcen machbar ist, war weniger einfach.»

Am spannendsten fand sie zum einen die Entdeckungen während der Zählungen beim Beobachten der Bienen: «Ich war erstaunt, wie hartnäckig sie auf Pollenjagd sind und wie viele, auch sehr kleine Wildbienen ich entdeckte, die ich davor niemals wahrgenommen oder gar zu den Bienen gezählt hätte.» Auch freute sie sich darüber, ihr Wissen mit anderen zu teilen: «Es kam immer mal wieder vor, dass mich jemand auf meine Arbeit ansprach und ich von den Wildbienen zu erzählen begann. Ich fand es spannend zu vernehmen, was die Leute schon wussten, und es freute mich, wie interessiert die meisten waren, Neues über diese vielfältige Insektengruppe zu erfahren.»

Ein klares Konzept hilft

Seline Bachmanns Untersuchung wurde als eine von fünf Arbeiten durch eine Fachjury, zu der Mittelschullehrer:innen sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Hochschule gehören, mit einem Spezialpreis ausgezeichnet. Dabei war die Konkurrenz gross: Insgesamt wurden mehr als 3’000 Maturarbeiten an Zürcher Mittelschulen geschrieben.

Silvan Gegenschatz, Biologielehrer und Betreuer der Arbeit, lobt nicht nur die Wahl des Themenfelds Biodiversität, sondern auch die sorgfältige Umsetzung im anspruchsvollen Feldstudien-Setting. So suchte Seline Bachmann mit GIS mögliche Probeflächen, führte vorbereitende Gespräche mit Fachpersonen und Landbesitzern und testete verschiedene Zählweisen, um die optimale Methodik zu finden.

Zukünftigen Maturand:innen rät sie, ein Thema zu wählen, das sie auch nach mehreren Monaten noch interessiert. Es sollte aber klar abgrenzbar sein, damit man sich nicht verrennt in zu vielen Informationen, empfiehlt Bachmann. Zudem: «Ein gut durchdachtes Konzept mit klaren Leitfragen und einem konkreten Zeitplan hat mir sehr geholfen, fokussiert zu bleiben und meine Fragen direkt mit meinem Betreuer zu klären. So konnte ich selbstständig arbeiten und wusste, was ich tun musste und was nicht.»

Mehr Informationen sowie die ganze Arbeit finden sich hier: Maturitätsarbeiten – Bachmann Seline

Text: Miguel Garcia

Bilder: Seline Bachmann