Die Wirtschaft kennt Strukturwandel – oder etwas akademischer ausgedrückt: pekuniäre Anpassungen. Im Lehrmittel klingt das theoretisch und abstrakt – bis man es in der Realität erlebt. Dieser Wandel findet nicht nur in der freien Marktwirtschaft statt, sondern auch in Schulen. Wir spüren und merken das Verschwinden von Stellen ebenso wie die Entstehung neuer Tätigkeiten. Die Verabschiedung unserer Kollegin Belén Vázquez ist eine solche Anpassung.

Menschen – Belén Vázquez

Wirtschaft in Theorie und Praxis


Beléns wichtigstes Credo im Unterricht war es, theoretische Lehrmeinungen mit praktischen Tatbeständen zu verknüpfen. Sei es bei Gerichtsverhandlungen oder bei Zinsentscheiden – immer sollte das Lehrmittel der Realität standhalten. Im Unterricht wurden nicht nur Theorien vermittelt, sondern diese gleich auch praktisch bestätigt oder widerlegt. So blieb Wirtschaft nie graue Theorie, sondern war lebendige Auseinandersetzung.

Nicht nur Ökonomie beherrschte unsere Kollegin, sondern auch eine Vielzahl an Sprachen. Der Unterricht auf Englisch war für die Schülerschaft ausserordentlich lehrreich – und wenn nebenbei ein spanisches oder italienisches Wort erklärt werden musste, war das kein Problem. Sie pflegte die Lektion jeweils im Basler Dialekt zu beenden: Adie statt Goodbye.

Die kleine Fachschaft Wirtschaft & Recht verliert mit Belén eine versierte und fröhliche Kollegin. Doch wir sind froh, dass sie dem Lehrbetrieb treu bleibt, nun mit etwas mehr italienischem Flair. Am Liceo Artistico wird eben nicht nur Kunst und Italienisch unterrichtet, sondern auch Volkswirtschaft. Belén wird hier mit ihrem ausserordentlichen mathematischen Talent Kunst und Ökonomie bestimmt auf elegante Weise verbinden.

Wir wünschen Belén nur das Beste für die Zukunft: Arrivederci, Adiós, Goodbye und Adie.

Text: Davide Pezzota
Bilder: Roberto Huber