Die Gymnasien in der Schweiz verändern sich durch die im Jahr 2018 angestossene nationale Maturitätsreform. Zwar erfolgt die Umsetzung der Reform im Kanton Zürich erst 2029, doch die Arbeit der Projektgremien ist bereits weit vorangeschritten.
Neue Fächer
Die Anzahl der Grundlagenfächer wird um Wirtschaft und Recht sowie Informatik erweitert. Neu dürfen die Studierenden zwischen den beiden Landessprachen Italienisch und Französisch wählen. Zudem wird die Lektionenzahl bei den Naturwissenschaften vereinheitlicht. Alle sollen ferner in den Fächern Bildende Kunst und Musik unterrichtet werden, bevor sie sich definitiv für eines der beiden Fächer entscheiden. Die Schwerpunktfächer, die in der Zürcher Gymnasiallandschaft bisher mit Profilen verbunden waren, werden neu interdisziplinär ausgerichtet.
Insgesamt stehen zwölf Fächer zur Diskussion, die teilweise inhaltlich neu ausgerichtet werden. So sollen künftig Schwerpunktfächer unter den Namen «Medien, Identität und Kommunikation», «Engineering» oder «Geopolitik» angeboten werden. Zusammen mit den Ergänzungsfächern, deren Angebot weitgehend durch die einzelnen Schulen bestimmt wird, und der Maturarbeit machen diese Lektionen den innovativsten Teil der Reform aus.
Transversale Kompetenzen
Neben diesen neuen Fächern fordert der eidgenössische Rahmenlehrplan auch transversale Bezüge, die über das reine Fächerdenken hinausgehen. Es wurden sieben zusätzliche Bereiche implementiert:
Um die transversalen Bezüge sicherzustellen, werden im eidgenössischen Rahmenlehrplan 68 Teilkompetenzen formuliert. Da diese grosse Anzahl nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, sollen diese im Kanton Zürich nun auf fünf Kompetenzen reduziert werden: Personale Kompetenzen, soziale Kompetenzen, Analysekompetenzen, Urteilskompetenzen und Gestaltungskompetenzen. Diese werden integraler Bestandteil der Unterrichtspraxis sein, die es in jeder Lektion zu berücksichtigen gilt.
Auswirkungen für die KME
Die KME sieht sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Welche Schwerpunktfächer können zukünftig angeboten werden? Sollen die Grundlagenfächer noch stärker auf die unteren Semester konzentriert werden? Wie könnte ein attraktives Ergänzungsfachangebot in Kombination mit den neuen Schwerpunktfächern aussehen? Nachdem der Rahmen der Reform im vergangenen Schuljahr abgesteckt wurde, geht es in den kommenden drei Jahren nun darum, die Reform sorgfältig umzusetzen.
Das bedeutet, neue Stundentafeln, neue Lehrpläne und neue Fächer zu entwickeln. Für viele Lehrpersonen wird dies die erste grosse Reform ihrer beruflichen Schulkarriere sein, denn die letzte stammt aus dem Jahr 1995.