Das vergangene Schuljahr aus der Sicht des Rektors

Das Schuljahr 2019/2020

Von Martin Klee

Das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der KME, der digitale Wandel und die neue Teilzeitschule würden unser Schuljahr 2019/2020 prägen. So zumindest stellten wir uns am 19. August 2019 anlässlich des Starts mit 386 neuen Studierenden das kommende Schuljahr vor.
Der Regierungsrat hatte bereits im Frühjahr mit dem RRB 259 den «Digitalen Wandel an kantonalen Schulen der Sekundarstufe II» beschlossen.

«Dass die Digitalisierung in diesem Schuljahr 2019/2020 noch eine ganz andere Bedeutung erhalten sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand erahnen.»

Anlässlich der schulinternen Weiterbildung beschäftigten sich die Lehrpersonen der KME also ein weiters Mal intensiv mit der Digitalisierung im Unterricht. Nicht zuletzt auch, weil die neu gestarteten Klassen des Basisjahrs und der PH-Vorbereitungskurse obligatorisch eigene stiftfähige Geräte in den Unterricht mitbringen mussten. Mit BYOD und mit dem System des begleiteten Selbststudiums betraten wir didaktisches Neuland, in dem sich auch die neuen Teilzeitstudierenden zurechtfinden mussten.
Dass die Digitalisierung in diesem Schuljahr 2019/2020 noch eine ganz andere Bedeutung erhalten sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand erahnen.

In Vorfreude auf die Jubiläumsfeierlichkeiten starteten an der Schule verschiedenste Projekte. Am 12. Juni 2020, fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Start des ersten KME-Vorkurses, sollte das Jubiläumsjahr mit einem Festakt und der multimedialen Aufführung des Gloria von Vivaldi unter der künstlerischen Gesamtleitung von Andreas Winkler eröffnet und gefeiert werden.
Unter der Leitung von Fides David fing der Chor zu proben an. Parallel dazu begann die Arbeit an der Jubiläumsschrift und die Vorbereitung des Weiterbildungstags mit einer Sternwanderung zur Kaserne, dem künftigen Schulort der KME.

Kurz vor den Sportferien 2020 meldete sich ein Studierender auf dem Sekretariat mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion. Die anstehenden Ferien erlaubten es uns, das Problem mit einer gehörigen Portion Unterschätzung aufzuschieben. Am 6. März empfahl die Bildungsdirektion, vorläufig auf das Händeschütteln zu verzichten.
Der darauffolgende Lockdown war ein tiefer Einschnitt für die Schule. Erstaunlicherweise schaffte es die KME, in kürzester Zeit einen soliden Fernunterricht aufzubauen.

Die verschiedenen Weiterbildungsoffensiven und die Installierung des Digital Forums führten zu einem unvorhergesehenen und unmittelbaren Nutzen. So konnten sich die Lehrpersonen auch während des Fernunterrichts intensiv austauschen, z.B. über digitale Prüfungsmodalitäten, und im sozialen digitalen Lehrerzimmer (BYOA = bring your own Apéro) wurde jeweils am Ende der Schulwoche locker geplaudert. Die fehlenden Promotionsmöglichkeiten strapazierten einerseits und erleichterten andererseits den Schulalltag, allerdings verbunden mit einigen Kollateralschäden.

«Erstaunlicherweise schaffte es die KME, in kürzester Zeit einen soliden Fernunterricht aufzubauen.»

Nicht alle Studierenden hatten optimale Voraussetzungen, um von zu Hause aus dem Unterricht zu folgen. Immerhin wurde das Schuljahr ordentlich abgeschlossen und der gesamte Jahrgang bestand die Maturität. Die Resultate der PH-Aufnahmeprüfung und der Passerellen-Abschlussprüfungen bewegten sich innerhalb der üblichen Schwankungsbreite.

Das Feiern haben wir verschoben. Der Fernunterricht hat die Diskussion bezüglich Digitalisierung des Unterrichts versachlicht und vorangebracht. In diesem Sinne war das KME-Schuljahr 2019/2020 für alle Beteiligten eine sehr grosse Herausforderung.

 

Text: Martin Klee, Rektor KME
Bilder: Roberto Huber