Die Universität Zürich bietet ein Schüler:innenstudium an: Besonders leistungsstarke und motivierte Gymnasiast:innen können bereits vor der Matur Studienmodule besuchen. Lea Graube war eine von ihnen; hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Beiträge – Schüler:innenstudium

Von der Matur an die Uni – Ein Erfahrungsbericht

Im Herbstsemester 2024 bekam ich die Möglichkeit, ein Modul an der Universität Zürich im Rahmen des Schüler:innenstudiums zu besuchen. Dieses Programm richtet sich an interessierte und leistungsstarke Studierende, die bereits während der Schulzeit ihr Wissen erweitern und Credits für ein Studium sammeln möchten. Ich habe im Fach Geschichte ein Modul zur Geschichte der Schweiz besucht, um meine gymnasialen Vorkenntnisse zu diesem Thema auszubauen.

Die Anmeldung verlief unkompliziert. An der Universität wurde uns pro Studienfach ein «Buddy» zugewiesen, mit dem wir uns austauschen konnten. Bereits vor Studienbeginn gab es einen Anlass, an dem man seine Betreuungsperson und die weiteren Teilnehmer:innen des Programms kennenlernen konnte. Der Altersunterschied zu den anderen Gymnasiast:innen erschwerte jedoch das Knüpfen von Kontakten.

Mittwochnachmittag im archäologischen Institut

Für die Teilnahme an meinem Modul war ich für die gleichzeitig stattfindenden Lektionen an der KME entschuldigt. So verbrachte ich die Mittwochnachmittage im Archäologischen Institut der Universität. Das Modul war sehr klein und ebenfalls für ein Seniorenprogramm der Uni geöffnet, das bedeutete, dass die meisten Teilnehmer:innen bereits pensioniert waren.

Der Inhalt der Vorlesungen war in ausführlichen Skripten festgehalten, die vom Professor vorgelesen und erklärt wurden. So liess sich der Stoff gut nach der Vorlesung erarbeiten, was den Druck des Mitschreibens während der Vorlesung verringerte. Besonders entgegenkommend ist, dass für Teilnehmende des Schüler:innenprogramms weniger strenge Regeln für das Absolvieren von Kursen und Prüfungen gelten.

Ein nicht bis zum Ende besuchtes Modul oder eine nicht bestandene Prüfung werden nicht als Fehlversuch gewertet. So nahm ich mit deutlich vermindertem Leistungsdruck an dem Programm teil und konnte mich auf die KME und meine Maturarbeit fokussieren. Ich besuchte zwar das Modul und nahm die Inhalte mit, absolvierte aber keine Prüfung.

Blick über den Tellerrand

Das Schüler:innenstudium war für mich eine sehr bereichernde Erfahrung. Einerseits erlangte ich eine fachliche Vertiefung, probierte einen interessanten Studiengang aus und gewöhnte mich an die Vorgänge, Programme und die Didaktik der Universität, andererseits wurde mir klar, dass ich meinen universitären Werdegang in einer Naturwissenschaft an der ETH machen möchte.

Zukünftigen Studierenden empfehle ich, mit wenig Leistungsdruck an das Programm heranzugehen und es als Chance zu betrachten, etwas Neues zu lernen. Der geschützte Rahmen des Schüler:innenstudiums bietet die perfekte Möglichkeit, den Horizont zu erweitern und etwas auszuprobieren, ohne bei Nichtbestehen Nachteile zu haben. Ich kann allen Interessierten ans Herz legen, diese Gelegenheit zu nutzen, denn sie ist eine wertvolle Möglichkeit, über den schulischen Tellerrand hinauszublicken.

Text:  Lea Graube
Bilder:  Roberto Huber